Saisonabschluss in Ortisei

Wie schon im vergangenen Jahr, beendete ich auch heuer die Turniersaison in Ortisei (St. Ulrich im Grödnertal). Aber wie sich herausstellte, war es keine Reise mehr wert. Es war eine lange Saison und das merkte ich bei meinem Erstrundenmatche doch sehr. Es fehlte mir die Energie um dem jungen Russen Gegenwehr zu leosten, dementsprechend chancenlos war ich auch. Jetzt freue ich mich erstmal auf ein paar Tage Pause...

Euer Martin 


Herzliche Grüße von Roger Federer


Es war am Dienstag vergangener Woche, als ich ein ganz besonderes sms öffnete - der Schweizer Daviscup-Kapitän Severin Lüthi meldete sich mit der Frage: 'Hast du Lust, mit Roger zu trainieren'? Doch, das hatte ich :-)

Nun ist der Tennis-Superstar für ,mich  zwar kein Unbekannter - erstmals plauderte ich mit ihm als Junior 2003 in Melbourne, und erst heuer im Sommer besuchte er uns bei einem Heimspiel seines (und meines...) Schweizer Klubs Grasshoppers Zürich. Aber trainiert oder gespielt hatten wir bisher noch nicht.

Am vergangenen Donnerstag war es soweit - begleitet wurde ich von meinem Konditrainer und Physiotherapeut Martin Hämmerle In einer Zürcher Halle spielten wir auf Sand, obwohl für Roger noch das Turnier in Basel und das ATP-Finale in London auf Hartplatz anstehen. Aber Ende November kämpft die Schweiz in Lille (im Fußballstadion vor 25.000 Zuschauern!) gegen Frankreich um den Daviscup - und die Franzosen haben sich für Sand entschieden.  Und da Paris doch schon weit zurückliegt, wollte sich Roger zwischendurch wieder mit der Unterlage vertraut machen, die definitiv nicht seine liebste ist.

Über den genauen Trainingsort habe ich Stillschweigen versprochen, und beim Training selbst wollte Roger eigentlich ganz alleine sein - auch die Hallenbetreiber durften kein Wort  über den prominenten Gast sagen. Wenigstens ein paar ganz enge Freunde konnte ich schließlich doch einschleusen :-), sie erlebten einen lockeren, freundlichen und (wie immer) sympathischen Roger Federer, aber auch einen konzentrierten, zielorientierten Superprofi.

Das Training war einfach cool - von der ersten bis zur letzten Minute. Drei Einheiten absolvierten wir an zwei Tagen, vom lockeren Einspielen über einige Games bis zu gezielten Doppelübungen (Daviscup!) war alles dabei. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, und ich hatte den Eindruck, dass ich die Erwartungen von Roger und Severin ganz gut erfüllen konnte. 

Roger ist in Basel jedenfalls souverän gestartet, ich kann ab 1. November in Eckenthal (bei Nürnberg) überprüfen. ob es mir auch etwas gebracht hat...jedenfalls würde ich mich freuen, wenn Severin Lüthi wieder mal auf die Idee käme!

Auf dem Foto von links: Severin Lüthi, RF, MF und Martin Hämmerle.


 



 

In der Rubrik 'Fotos' könnt ihr die Bilder vom Davisup in Lettland sehen! 
 


 


 

Daviscup-Sieg in Lettland

Mein Comeback im Daviscupteam ist gelungen - mit einem 6-3, 6-3, 6-2 Sieg gegen Andis Juska konnte ich die österreichische Mannschaft am Freitag in Lettland 1:0 in Führung bringen. Natürlich habe ich den Sieg von mir auch ein bisschen erwartet, aber genau darin liegt das Problem. Ich kenne Juska seit vielen Jahren und weiß, dass er mit der Erfahrung von mehr als 70 Daviscupspielen (davon 37 gewonnen) gefährlich werden kann.

Zum Glück habe ich von Beginn weg solide gespielt - wenn man stets in Führung liegt, geht vieles leichter. Vor allem habe ich konstant serviert und nur (im zweiten Satz) ein Break kassiert, das ich mir aber postwendend zu Null zurückholte. Von diesem Zeitpunkt an war ich nie mehr in Gefahr, das Spiel zu verlieren. 

Jürgen Melzer löste seine Aufgabe auch souverän  mit einem 6-3, 6-1, 6-4 Sieg gegen den überraschend starken Janis Podzus. So schafften wir im Einzel die erhoffte optimale Ausgangsposition.

Leider konnten Alex Peya und Philipp Oswald am Samstag im Doppel noch nicht für die Entscheidung sorgen, sie unterlagen gegen Gulbis/Libietis mit 5-7, 6-7 und 4-6. 

Am Sonntag gelang Jürgen Melzer gegen Mikelis Libietis mit einem souveränen Dreisatzsieg die Entscheidung - so kann Österreichs Nationalteam im nächsten Frühjahr wieder um den Einzug in die Weltgruppe spielen. 

Wenn Daviscup-Länderkämpfe bereits entschieden sind, wird das letzte Einzel nur noch auf zwei Gewinnsätze gespielt. Gegen den unbekümmert spielenden Janus Podzus geriet ich zwar 1-4 in Rückstand, schlussendlich war ich beim 7-6, 6-3 Erfolg aber doch Herr der Lage. Mit der erfolgreichen Rückkehr ins Daviscup-Team geht es nun in die letzte Turnierphase. Ziel ist die Rückkehr unter die Top 200 der Weltrangliste, da kann ich das Selbstvertrauen von der Lettland-Reise gut gebrauchen.


 

Euer Martin